Weide am See

Fallsupervision – am Modell lernen

Fallsupervision: Übersicht aus der Metaperspektive

Fallsupervision: Übersicht aus der Metaperspektive

Hier geht es um Fallsupervision – wann kann diese Seite für Sie interessant sein?

  • Sie wollen sich durch eine Fallbesprechung Anregungen für Ihre Arbeit in einer sozialen Einrichtung holen?
  • Sie suchen nach einer neuen Auftrags- und Rollenklärung hinsichtlich eines Klienten?
  • Sie arbeiten im Management eines Unternehmens und suchen nach einem besseren Zugang zu einem Mitarbeiter oder Kunden?

Fallsupervision ist eine themenspezifische Form von Supervision. Ein Fallgeber bringt einen Fall in die Gruppe ein, der in der Supervision bearbeitet wird. Das Supervisionsformat der Fallbesprechung ist als Gruppensupervision, Teamsupervision und Einzelsupervision möglich. Fallsupervisionen dienen dazu, sich mit dem Arbeitsalltag und der Arbeitswirklichkeit der Supervisanden zu befassen. Eine Fallbesprechung mit mehreren Personen oder im Einzelsetting (Einzelsupervision) ist eine gute Gelegenheit zur Reflexion und zur Veränderung und Optimierung . Wie können wir die Interaktionen zwischen Klienten und Beratern optimieren? Was kann der Vertrieb bzw. Account Director für die Kundenbeziehung unternehmen? Antworten darauf finden sich in der fallbezogenen Supervisionsarbeit.

Fallsupervision – unser Angebot:

  • Fallsupervision für Teams im Setting ohne Anwesenheit der Teamleitung
  • Supervision am Fall für Teams mit Anwesenheit der Teamleitung
  • Reflexion von Fällen im psychosozialen Kontext
  • Fallbezogene Supervision in Kliniken
  • Auch in der freien Wirtschaft führen wir  Fallsupervisionen durch – hier zur Reflexion von Situationen mit den Kunden
  • Teamcoaching als anlassbezogene (fallbezogene) Ad-hoc-Maßnahme
  • Einzelsupervision und Beratung für Manager mit konkreten, arbeitsbezogenen Fragestellungen

Wann ist Fallsupervision sinnvoll?

Typische Anlässe für Fallsupervision sind:

  • Konflikte mit Patienten und Angehörigen im psychosozialen Kontext
  • Arbeitsüberlastung in Organisationen
  • Auch hoher Krankenstand kann fallbezogene Supervision nach sich ziehen
  • Überforderung von Mitarbeitern
  • In der Wirtschaft: Kunde wird zum „Fall“

Ziele von Fallsupervision

Die Verbesserung der Arbeitsergebnisse kann eines der Hauptziele sein, das die Teilnehmer der Fallsupervision anstreben. Unter dem Hauptziel Arbeitsergebnisse befinden sich:

  • optimierter Umgang mit Kolleginnen und Kollegen, weil die Besprechung von Fällen zur Entlastung führen kann
  • höhere Mitarbeiterzufriedenheit, weil durch wertvolle Hinweise aus der Supervisionsgruppe Handlungsmöglichkeiten erkennbar werden

Was ist Fallsupervision im Detail?

Fallsupervision ist so etwas wie Felderfahrung live: Felderfahrung ist ein sperriger Begriff. Dennoch symbolisiert dieses Wort, worum es in der Fallbesprechung tatsächlich geht. Um das Sammeln von Erfahrungen, um das Drehen und Wenden von Interventionen und Reaktionen durch die Klienten. Weiter zum Ablauf:

Ein Fallgeber bringt einen Fall ein

Der Fallgeber ist bei der Fallsupervision die Person, die aus einem Team (Teamsupervision) oder einer Organisation (Gruppensupervision) eine Patientengeschichte oder eine Begebenheit mit dem Kunden (Wirtschafts-Supervision, Management-Supervision) einbringt. Auch wenn es zu einer Selbstverständlichkeit in der Supervision zählt – Diskretion ist in der Supervisionsgruppe besonders wichtig. Von der Beratung über den Supervisionsfall haben alle Supervisionsteilnehmer einen Gewinn. Einerseits die Falleinbringer und ihre Teams, andererseits die gesamte Gruppe.

Am Objekt, am konkreten Fall besprechen die Teammitglieder (Supervisanden), was womöglich gut gelaufen ist, was nicht funktioniert hat, wo Optimierungsbedarf gesehen wird. Der systemische Supervisor betrachtet und thematisiert auch möglicherweise auftretende Zielkonflikte und Loyalitätskonflikte. Supervisanden und Supervisor sehen sich gemeinsam an, welche Ressourcen im Team – aber auch im besprochenen Supervisionsfall – vorhanden sind.

Fallrekonstruktion

Das Rekonstruieren von Fällen hat sich in der Fallsupervision als praktische Methode bewährt. Wie in Zeitlupe können sich Supervisor und Supervisanden gemeinsam ansehen, welche Entwicklung ein Fall genommen hat, an welcher Stelle es eine Wendung gab bzw. wo Stagnation eintrat. um sich anzusehen. Fallrekonstruktionen sind zudem gute Gelegenheiten, sich in der Hypothesenbildung zu üben.

Jeder im Team hat eine eigene Sichtweise – ein Gewinn, kein Nachteil

Auch wenn z. B. in einem Team aus Sozialarbeitern oder Klinikpersonal ein grundsätzlicher Konsens gegeben ist, sind Unterschiede in den Herangehensweisen und Sichtweisen normal und gewinnbringend. Der Blick der Teilnehmer von außen auf ein Thema, einen Fall, bringt neue Lösungsideen oder auch Musterunterbrechungen ins Spiel. Fallsupervision erweitert den Horizont für alle. Und sie kann dazu beitragen, sich im Hinblick auf die eigenen, oft überhöhten Ansprüche an sich selbst etwas zurückzunehmen.

Fallsupervision in bestehenden Teams

Wenn wir Fallsupervisionen in bestehenden Teams durchführen, sammeln die Supervisanden vor dem Supervisionstermin meistens Themen und Fälle, um diese in der Supervisionssitzung vorzustellen und zu diskutieren. Der Falleinbringer (Supervisand, Fallgeber) trägt den Sachverhalt vor. In der Regel sind alle Klienten in der Teamsupervision mit dem Fall bereits einigermaßen vertraut, weil dieser sich in der Abteilung oder im Team zugetragen hat oder gerade aktuell ist. In der Gruppensupervision verbringt der Falleinbringer etwas mehr Zeit damit, auch den organisationsfremden Supervisionsteilnehmern die Umstände zu erläutern.

Fallbesprechung in Reflecting Teams

Fallsupervision ist auch mit einem Reflecting Team möglich. Die Supervisionsgruppe stellt sich als Co-Berater zur Verfügung. Reflecting Teams gehen auf die Ursprungszeiten der systemischen Familientherapie zurück.

Was ist ein Reflecting Team?

Ein Reflecting Team (reflektierendes Team) kann aus einander fremden Personen bestehen, die in einer größeren, oft auch überregional organisierten Supervisionsgruppe in einer Fallsupervision zusammenkommen. Der Falleinbringer stellt dem Supervisionsteam einen Fall aus seiner Arbeitsumgebung zur Fallberatung vor. Das Reflecting Team diskutiert seine Beobachtungen. Es gibt Rückmeldungen und diskutiert als Beratungsgruppe Lösungsvorschläge, die der Falleinbringer (Fallgeber) kommentieren und mit den Eindrücken aus seinem Team ergänzen kann. Entscheidend für ein gut arbeitendes Reflecting Team ist die Bereitschaft, verschiedene Positionen einzunehmen. In diesem Setting kommt es darauf an, die Schilderungen von Therapeuten und Beratern (Supervisanden) in einer wertschätzenden Weise aufzugreifen und reflektierenden Beobachtungen und Rückmeldungen Raum zu geben.

Es handelt sich hier genau genommen um eine spezielle Form der kollegialen Intervision. Im Setting des Reflecting Teams kommt es häufig zu einer überraschenden Entwicklung, die zu Beginn der Fallbesprechung noch nicht für denkbar gehalten wurde.

Vorteile der Fallsupervision

Zu den großen Vorteilen der fallbezogenen Supervision zählt die Ähnlichkeit vieler Fälle. Das heißt nicht, dass es in Supervisionssitzungen langweilig würde – im Gegenteil. Das Lernen am Modell wird ermöglicht und gefördert.

Fallsupervision als Modell für andere

In Fallsupervisionen speziell im sozialen Umfeld, für beratende Berufe und Krankenhäuser, Kliniken und Akutstationen kommt es in manchen Fällen zu Übereinstimmungen. Es tauchen ähnlich gelagerte Fragestellungen auf, etwa:

  • Wie gehe ich als Berater mit meinen eigenen Gefühlen um?
  • Wo sind bei aller Kompetenz und Hilfsbereitschaft meine Grenzen?
  • Wie kann ich auch den Angehörigen eines Patienten bestmögliche Unterstützung geben?
  • Wie sieht dieser Fall aus, wenn ich ihn vom anderen Ende her denke, aus der Position der Klienten heraus sehe?
  • Welche Anteile meiner persönlichen Lebensgeschichte stärken mich in meiner Arbeit?
  • Wie bekomme ich Entlastung in Situationen der Überforderung? Entlastung ist ein häufig vorgetragenes Anliegen.
  • In welchem Fall hatte ich / hatten andere bereits gut funktionierende Lösungsansätze?

Trittbrettfahrer in der Fallsupervision – ein Gewinn für alle

Trittbrettfahrer haben außerhalb der professionellen Beratung keinen guten Ruf. Im Rahmen der Fallsupervision sind sie erwünscht – bzw. es ist eines der zentralen Ziele, möglichst viele Trittbrettfahrer in der Sitzung zu haben. Warum das? Weil sie Parallelen zu eigenen Fällen sehen und damit wertvolle Impulse sowohl für die Fallgeber als auch für die Gruppe geben können.

Auch ohne als Fallgeber aufzutreten, kann so der Fall eines Kollegen oder aus einem fremden Team (Reflecting Team) Lösungen für den eigenen Fall hervorbringen.

So erweitern mit jedem beispielhaft vorgetragenen Fall alle Anwesenden (die Supervisanden, aber auch der Supervisor bzw. die Supervisorin) ihren Horizont. Jeder diskutierte Lösungsvorschlag kann für alle Anwesenden ein Gewinn sein.

Fall-Supervision – häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zur Teamsupervision?

Fallsupervision unterscheidet sich von Teamsupervision in erster Linie durch die Supervisionsprozesse. Während in Teamsupervisionen auch Themen wie die Organisationsdynamik supervidiert werden (wie interagieren Teammitglieder untereinander und mit der Leitung), sind die Fallbesprechungen (Fallarbeit) eng an der Arbeitswirklichkeit und Qualitätssicherung orientiert. Also ein direkter Blick auf die Praxissituationen, in denen die Fälle bearbeitet werden.

Welche Klienten kommen zur Fallbesprechung?

Typischerweise finden Fallbesprechungen in Fallsupervisionen im Setting von Gruppensupervisionen statt. So können die Teilnehmer die Gruppendynamik zur Entwicklung von Lösungskonzepten für den Fall nutzen. Es gibt aber auch andere Settings: Auch Einzelpersonen können Fälle supervidieren lassen, auch im Rahmen einer Leitungssupervision. Es kommen zudem immer wieder Klienten im Setting der Einzelsupervision in die Praxis, um in ein oder zwei Supervisionssitzungen ein Thema aus ihrem Leben zu klären, aus einer Metaperspektive zu betrachten.

Was heißt Fallrekonstruktion?

Fallrekonstruktion ist ein Begriff, der überwiegend in der sozialwissenschaftlichen Forschung zur Anwendung kommt. Diese intensive Arbeit am Fall ist auch in der Fallsupervision ein hervorragendes Mittel, um Problemdefinitionen (z. B. Zielkonflikte oder Loyalitätskonflikte) zu verstehen und Lösungen zu entwickeln. In der Fallrekonstruktion kann – soweit hier ausreichend Informationen der beteiligten Personen vorhanden sind – viel über das Selbstverständnis des Beratungssystems herausgefunden werden.

Auf der Basis welcher Auftragskonstruktion wurde ein Beratungs- oder Therapieauftrag angenommen? Mit welchen Ideen von Lösung, mit welcher Beratungskultur und welchen Interventionsmethoden wurde bislang vorgegangen? Welche Ergebnisse wurden sichtbar? Dies leitet zur nächsten Frage über, in der es um Unterschiedsbildung und Veränderung geht:

Wie entstehen Handlungsmöglichkeiten?

Handlungsmöglichkeiten entstehen für die Klienten (Supervisanden) in der Fallsupervision deshalb, weil mit dem Blick bzw. mit mehreren Blicken von außen neue Aspekte eines Falles sichtbar werden. Die Dynamik der Supervisionsgruppe überträgt sich auf die Supervisanden. Der Supervisor nimmt eher eine moderierende Rolle ein. Im Idealfall erleben alle Supervisionsteilnehmer neue Ideen und in der Folge mehr Selbstwirksamkeit für ihre Arbeit.

Zusammenfassung

Fallsupervision ist eine spezielle Form der Supervision. Sie kann im Format der Teamsupervision, der Gruppensupervision und der Einzelsupervision gehalten werden. Die Supervision von Fallgeschichten dient der Reflexion der Arbeit. Sie kann die bereits vorhandenen Kompetenzen sichtbar und nutzbar machen.

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